Unsere Vorstellung von „Menschsein“ dehnt sich aus, da wir uns die Macht der Technologie in jedem Bereich unseres Lebens zunutze machen. Die Grenzen zwischen Mensch und Maschine verschwimmen – was dabei herauskommt ist höchst faszinierend.

Die Technologie verändert, wie wir unser Leben leben, unsere Erfahrungen weitergeben, künstlerisch tätig sind und unsere Umgebung erleben. Sie fordert auch unsere Vorstellung von Menschsein heraus, da sie unsere Körper optimiert, die Kapazität unseres Verstandes in Bezug auf Erinnerungsvermögen und Kreativität verbessert und uns vollständig miteinander verbindet.

In den nächsten 5 Jahren werden über 75 % der Weltbevölkerung Smartphones verwenden, gleichzeitig wird 5G Internet für die kommerzielle Nutzung entwickelt. Über verschiedene Generationen und sozialökonomische Gruppen hinweg wird uneingeschränkter Zugriff auf Informationen und unbegrenzte Konnektivität die Realität für digitale Neulinge und „digital Natives“ darstellen. Darüber hinaus verfolgen wir die rasanten Entwicklungen in den Bereichen Robotik, AI, Wearable Tech und App-Design, von denen viele das Leben verbessern und uns erlauben, mehr über uns selbst zu erfahren – als Individuen und als Gemeinschaft.

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Viele dieser Veränderungen finden im Bereich des Körpers statt. Wir können unsere Physiologie nun selbst besser überwachen und haben einen proaktiveren Ansatz bei unseren eigenen Gesundheitsplänen. Gesundheits-Apps wie Apple HealthKit, Nike+ Training Club oder Strava und Wearables wie Apple Watch oder Fitbit sammeln Daten, die in farbenfrohe und faszinierende Infografiken verwandelt und an das Smartphone oder den Computer geschickt werden. Dort ermöglichen sie es uns, Bilder mit mikroskopischen Funktionen oder Vorstellungen zu verbinden, die zuvor abstrakt waren, und diese mit persönlichen Zielen zu versehen.

Technologie sorgt für einen Wandel bei Gesundheitsleistungen und beseitigt die mit einer Eigendiagnose verbundene Angst. Digital einem Arzt gegenüberzustehen statt im Netz nach den eigenen Symptomen zu recherchieren – und sich dabei wegen eingebildeter Krankheiten fast zu Tode zu erschrecken – ist nicht nur bequemer, es ist auch beruhigend. Die Biotech-Industrie verlängert unsere Lebenszeit, indem sie mechanische Teile und körperfremde organische Materialien in unsere eigene Substanz integriert und damit unsere biologische Hardware upgradet, nicht anders als bei unseren Laptops oder iPhones.

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Technologie erweitert außerdem unsere Sinne, lässt uns weiter sehen und an unendliche Orte – echt oder erträumt – reisen, ohne jemals das Wohnzimmer zu verlassen. Jetzt ist es uns möglich, unzählige entlegene Landschaften und sogar den Weltraum zu entdecken. Dabei können wir uns, wann immer es uns beliebt, vom Zauber der Schöpfung einnehmen lassen. Mit dem Launch der Virtual-Reality-Brille Oculus Rift zu einem für Endverbraucher erschwinglichen Preis und dem sogar noch zugänglicheren Google Cardboard werden fesselnde Erlebnisse zur (virtuellen) Realität für uns alle.

Der Reiz der Fotografie war von Anfang an, dass wir dadurch Zugang zu Menschen, Orten und Ereignissen erhalten, die wir uns in der Realität nie ansehen können. Ultrahochauflösende Bilder, 3-D-Technologien und die virtuelle Realität erfüllen unsere Erwartungen in Bezug auf ein noch tieferes visuelles Erlebnis. Vor kurzem haben wir 360°-Bilder für die Oculus-Plattform freigegeben, damit Menschen Orte und Ereignisse interaktiver und vollständiger als je zuvor erleben können. Anstatt uns die Bilder von außen anzusehen, sind wir nun mittendrin – das ist wohl gerade die beste Möglichkeit, im Hier und Jetzt zu sein.

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Wenn Technologie eine Erweiterung des Selbsts wird, was sagt das dann über das menschliche „Wesen“ aus? In einer Welt, in der Babys die Geste des Wischens vor dem Laufen lernen und die Grenze zwischen Haut und Maschine immer verschwommener wird, wird sich unser Konzept des Menschseins auch weiter verändern. Müssen wir nun die Cyborgs aus den Terminator-Gefilden bauen oder werden unsere eigenen erweiterten physischen und mentalen Kapazitäten diese Notwendigkeit beseitigen? Wir stehen erst am Anfang der Ergründung dieser Frage durch Bilder – in den Bildern, die wir kreieren, und den neuen Methoden, mit denen wir sie schaffen.

 

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