Es war ein ziemlich langer Weg, bis wir uns von einer malerischen Darstellung der Natur lösen konnten. Inzwischen haben sich Künstler von der Realität verabschiedet, wenn es darum geht, Natur in digitalen Bereichen zu zeigen. Fotografen arbeiten heute intensiv daran, unsere Umwelt auf eine neue Art darzustellen. Einer der zentralen kreativen Trends, die das Global Creative-Team von Getty Images für 2016 prognostiziert hat – „Surreality“ – überzeugt mit einer visuell einnehmenden Dekonstruktion unserer gewohnten Realität. Immer mehr Künstler entscheiden sich, ihre Sicht der Welt durch ein surreales Objektiv zum Ausdruck zu bringen.

„Extrem fesselnde, psychedelische Visuals richten sich an eine globale Zielgruppe, indem sie Genres überschreiten“, so Lauren Catten, Art Director bei Getty Images. „In einer Zeit, in der Technologie zufällige Entdeckungen ausschließt, entfachen eigenwillige Kompositionen das Wohlgefallen, das sich beim Betrachten von unerwarteten Inhalten einstellt.“

Ein Vorreiter des Unerwarteten ist der japanische Fotograf Hiroshi Watanabe, dessen Konzeptbilder Natur, Kultur und Technologie miteinander verbinden. Mithilfe von 3D-Modeling-Software und Bildern von Google Earth zaubert der Getty Images Fotograf surreale digitale Landschaften und Welten, die mit durchwachsenem Steak- und Schweinefleisch überzogen sind. In diesen Fantasievisionen ist die ganze Welt aus dem geschaffen, was von Innen heraus erwächst.

GettyImages-585210567
Bildnachweis: Hiroshi Watanabe

„Ich muss wohl hungrig gewesen sein, als ich Bilder vom Jupiter sah. Die Muster des Planeten erinnerten mich an köstlichen Speck“, so Hiroshi Watanabe. „Daraus entstand dann diese spezielle Idee: Fleisch als Material zu verwenden. Es versprach, interessant zu werden und anders, wenn ich die Konzepte Natur und Abenteuer miteinander mischen würde.“

GettyImages-585210583
Bildnachweis: Hiroshi Watanabe

In seiner Serie von Foodlandschaften kommen durch den Kontrast von diesen beiden sich gegenseitig ausspielenden Vorstellungen sowohl Faszination als auch Abscheu humorvoll zum Ausdruck.

GettyImages-507916652
Bildnachweis: Hiroshi Watanabe

 

GettyImages-585210563
Bildnachweis: Hiroshi Watanabe

Mehr Hybridformen aus Natur und Technologie sind in Hiroshi Watanabes kaleidoskopischen Blumenbildern zu finden, wo organische Formen architektonische Muster erzeugen, die sich mit mathematischer Präzision wiederholen. Um diesen mosaikartigen Effekt zu erzielen und den richtigen Look zu kreieren, ging er äußerst akribisch vor.

GettyImages-605321421
Bildnachweis: Hiroshi Watanabe

„Ich habe Bilder von farbintensiven Frühlingsblumen aus einem Blumenbeet gesamplet“, so Hiroshi Watanabe. „Dann habe ich mit einem 3 DCG Programm ein surrealistisches Kaleidoskop daraus erstellt, wobei ich die Kombination von Farben, Formen und Ästhetik stark berücksichtigt habe.“

GettyImages-605321409
Bildnachweis: Hiroshi Watanabe

 

Zusammen betrachtet können Hiroshi Watanabes Fotografien als Spiegel unseres komplexen modernen Lebens gesehen werden, die uns in einer neuen und seltsamen Landschaft neu ausrichten, wo Grenzen zwar sichbar aber nicht unüberwindbar sind.

 

Mehr surreale Interpretationen der Natur entdecken bei Getty Images