Das malerische Dorf Nazaré an Portugals Atlantikküste hat sich zum Hotspot für Big-Wave-Surfer etabliert. Einer von ihnen ist Sebastian Steudtner, der letztes Jahr zum zweiten Mal den „XXL Global Big Wave Award“ für die größte gesurfte Welle des Jahres gewann. Getty Images Sportfotograf Lars Baron hat ihn ein paar Tage lang begleitet und dokumentiert, wie sich der Extremsportler auf den Ritt der Monsterwellen vorbereitet.

„Letztes Jahr habe ich einen Fernsehbericht über Sebastian Steudtner gesehen und war fasziniert. Ich wollte unbedingt Fotos von ihm machen. Der Kontakt war schnell hergestellt über einen Bekannten, der den Bericht gedreht hatte, und wir trafen uns in Nazaré. Leider blieben bei dieser ersten Begegnung die Wellen aus, aber wir machten ein paar schöne Aufnahmen am Strand.

Letzte Woche bekam ich dann einen Anruf von Sebastian, dass die Wettervorhersage gut ist. Ich packte schnell mein Equipment ein und stieg in den Flieger nach Portugal. Vor Ort durfte ich Sebastian auf Schritt und Tritt begleiten: Morgens beim Wetter- und Wellen-Check, beim Präparieren des Equipments und bei der Besprechung mit dem Team und Jetski-Fahrer. Bei einer gefährlichen Sportart wie dem Big-Wave-Surfen ist eine gute Vorbereitung essenziell.

Aber ich konnte ihn auch in entspannten Momenten fotografieren, wie beim Frühstück im Stammcafe oder in der fröhlichen Runde mit der weltweiten Surfer-Elite, die sich in Nazaré versammelt hatte.

Leider spielte das Wetter am ersten Tag nicht mit. Die Wellen waren gigantisch, aber der Wind auch. Sebastian wollte trotzdem aufs Meer. Der Jetski-Fahrer Tom Butler, selber ein Big-Wave-Pro, konnte jedoch fast nichts sehen, so dass sie den Versuch schnell wieder abbrachen.

Am zweiten Tag hatten wir mehr Glück. Die Wellen waren nicht mehr ganz so monströs wie am Vortag, aber immer noch sehr hoch und wesentlich geordneter. Außerdem war es nahezu windstill und die Sonne strahlte über dem kleinen Fischerdörfchen. Sebastian ließ sich von seinem Jetski-Fahrer Eric Rebiere in einen Brecher ziehen und ritt die Welle perfekt ab.

Trotz guter Voraussetzungen und Vorbereitungen gehört für mich als Fotografen viel Geduld und ein bisschen Glück dazu, einen guten Shot einzufangen, denn man weiß nie, wo die Welle bricht. Es ist weniger kalkulierbar als bei anderen Sportarten. An diesem Tag kam jedoch alles perfekt zusammen.“

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