„Es ist wirklich absurd, dass wir in einer Welt leben, in der diese Art von Ungleichheit exisitiert. Sogar dem Dämlichsten muss doch klar sein, dass jeder besser dran ist, wenn es den Frauen besser geht.“ MJ Delaney

Obwohl wir es im Kampf um Frauenrechte schon recht weit gebracht haben, herrscht immer noch eine große Ungleichheit in der Gleichberechtigung von Männern und Frauen, die dringend egalisiert werden muss.

Mit genau dieser Haltung ging Project Everyone gemeinsam mit Getty Images, der Bill & Melinda Gates Foundation und der SAWA Global Cinema Advertising Association daran, das legendäre “Wannabe” Musikvideo der Spice Girls im Rahmen des Starts der UN-Kampagne Global Goals for Global Girls neu zu inszenieren.  In dem Video kommen Mädchen und Frauen aus der ganzen Welt zu Wort, die sich für Chancengleichheit in der Ausbildung, das Ende von Kinderehen und gleiche Bezahlung von gleicher Arbeit aussprechen.

Die in London geborene Regisseurin MJ Delaney wurde ausgewählt, bei dem Video Regie zu führen und war außer sich vor Freude, dass Sie bei diesem Projekt beteiligt war.

„Von so einem Job habe ich schon immer geträumt“, sagt sie.  „Ich bin nicht nur von den Botschaften überzeugt, die in dem Video transportiert werden, sondern auch ein großer Fan der Spice Girls. Ich war neun Jahre alt, als ‚Wannabe‘ rauskam und habe so ziemlich viel über Girl Power gelernt.“

Das Girl Power Mantra haftet ihr seit ihrer Kindheit an und ist eine Haltung, die sie in ihrer Generation häufig beobachtet.

„Es kann einfach kein Zufall sein, dass Mädchen, die mit den Spice Girls aufgewachsen sind, heute zu den lautstärksten Vertreterinnen der feministischen Bewegung in den letzten Jahrzehnten zählen. Als Kinder haben wir diese Themen rund um die Stärkung weiblicher Kompetenzen in uns aufgesogen. Heute, als Erwachsene in einer Welt, in der noch lange keine Gleichberechtigung der Geschlechter herrscht, haben wir Grund genug, laut und stolz als Feministinnen hart daran zu arbeiten, dass sich die Dinge ändern“, so Delaney.

„Der Einfluss von Girl Power ist nicht zu unterschätzen“, sagt sie. „Diese Bewegung hat den Frauen meiner Generation eine Perspektive gegeben, die ich bei vielen meiner Kolleginnen beobachte: Frauen unterstützten sich gegenseitig auf eine ganz aufrichtige Weise. Sie sehen sich nicht als Konkurrentinnen, sondern stellen vielmehr den Wert und die Stärke von Freundschaften und Bündnissen in den Mittelpunkt.“

Beim Casting für das Video achtete MJ Delaney darauf, Frauen aus allen Teilen der Welt auszuwählen, damit das Video ein möglichst breites Publikum anspricht.

„Als ich Teil dieses Projekts wurde, wollte ich unbedingt viele berühmte Frauen aus der ganzen Welt in dem Video versammeln, die ihre eigenen Fans mitbringen“, sagt sie. „Ich glaube, dass diese Art von Filmen eher im Westen für Aufruhr sorgen, aber keinen wesentlichen Einfluss auf das Publikum in den Ländern haben, für die sie vermeintlich eintreten. Es war also wichtig, Stars aus Indien, Nigeria und Südafrika zu bekommen, ebenso wie aus den USA, Großbritannien und Kanada.“

Das Video sollte der Originalversion Tribut zollen, dennoch zeitgemäß wirken und Identifikationspotenzial für das Publikum von heute bieten.

„Ich habe es wirklich genossen und Spaß dabei gehabt, das Video zu drehen. Als großer Fan der Spice Girls wollte ich das, was ich am Original so geliebt habe, unbedingt beibehalten. Wir haben im ganzen Video kleine Ankerpunkte eingebaut, wie die Hoteltreppe, die wir originalgetreu nachgebaut haben, oder den Bus und die Kicks. Wir haben natürlich auch mit neuen Elementen gearbeitet, besonders bei den einzelnen Einlagen. Ich habe allen Mädchen die Anweisung gegeben, sich fast schon agressiv zu geben. Wir wollten, dass diese Mädchen die Veränderungen einfordern, die schon so lange ausstehen“, so MJ Delaney.

„Da war definitiv eine ganze Menge Girl Power am Start, die wir mit dem Video versammelt haben, inklusive dem Endprodukt. Frauen jeglichen Alters, mit verschiedensten Styles und unterschiedlicher Abstammung – es war eine Zusammenarbeit von wirklich individuellen und bunt zusammengewürfelten Frauen, was dem Geist der Spice Girls wohl ziemlich nahe kommen dürfte.“

Nicht nur die Besetzung des Videos bestand aus starken, unterschiedlichen Frauen, auch die Crew war hauptsächlich weiblich, darunter auch Veronique de Viguerie, Reportage-Fotografin bei Getty Images. Sie hat die Frauen porträtiert und auch hinter den Kulissen fotografiert.

Trotz der zahlreichen Herausforderungen, die ein Dreh auf drei Kontinenten mit sich bringt, ist ein kraftvolles und bedeutendes Musikvideo gelungen, in das MJ Delaney große Hoffungen setzt.

„Das eigentliche Ziel ist, einen Beitrag zu den Global Goals zu leisten, die für eine Gleichberechtigung der Geschlechter bis 2030 eintreten“, sagt sie. „Aber ich hoffe auch, dass es als universelle Stimme wahrgenommen wird. Es gibt heute viele lautstarke Feministinnen, was ich sehr ermutigend und inspirierend finde. Aber ich glaube, es ist wichtig, sich zusammenzuschließen als globale Stimme, die über die Länder und Kontinente unserer Welt hinweg gehört wird, damit Frauen laut und einheitlich für Gleichberechtigung eintreten können.“

 

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