Lars Baron fotografiert für Getty Images bei der Fußball-Europameisterschaft in Frankreich. Welches Team an den hohen Erwartungen zerbrechen könnte – und warum er wusste, dass sein Bild von Bastian Schweinsteiger im WM-Finale 2014 ein gutes werden würde.

Lars Baron

Du fotografierst bei der Europameisterschaft in Marseille und Nizza unter anderem Spiele von England, Frankreich und Spanien. Welchem dieser großen Teams traust Du zu, an den Erwartungen zu zerbrechen? Ich glaube, die Engländer – auch wenn ich mir da jetzt bei meinen englischen Kollegen keine Freunde mache. Irgendwie bekommen sie es bei Turnieren nicht zusammen, obwohl sie dieses Jahr eine gute Mannschaft mit jungen Spielern haben. Weiterhin glaube ich, dass auch für Cristiano Ronaldo und Portugal das Turnier früh zu Ende ist.

Bei der WM in Brasilien hast Du die Deutsche Mannschaft begleitet. Welchen Spieler fotografierst Du aktuell am liebsten? Lukas Podolski, der ist immer für eine Überraschung gut. Ich denke, dass er ein wichtiger Faktor in der Mannschaft ist – mit seiner Erfahrung und seiner lockeren Art. Außerdem hat er vergangene Saison in der Türkei endlich wieder viel gespielt. Würde mich freuen, wenn er zum Einsatz käme. Ach, und Bastian Schweinsteiger, wenn er in Topform ist. Ich mag sein athletisches Spiel.

Welches ist das beste Bild, das Du jüngst von ihm fotografiert hast? Der Abpfiff des WM-Finals 2014. Alle Last fällt von Bastian Schweinsteiger, nach dem besten und wichtigsten Spiel seiner Karriere.
Was ist das Geheimnis hinter diesem Bild? Ich habe in Brasilien die WM für die FIFA gecovert. Daher hatte ich eine exklusive Fotoposition auf der Trainerseite. Ich saß direkt vor den Familien der deutschen Spieler. Als Schweinsteiger sich dann mit Abpfiff in diese Richtung dreht, weiß ich sofort: Das ist ein extrem emotionales Bild. In den Sekunden direkt nach Spielende, zeigen sich die extremsten Gefühle bei den Spielern – positiv wie negativ.

Über Lars Baron
Lars Baron begann sich für eine Karriere als Fotograf zu interessieren, nachdem er einen Kurs über Sportfotografie in Dislaken besucht hatte. Seine ersten Bilder machte er auf der lokalen Trabrennbahn. Danach arbeitete er als freiberuflicher Fotograf für den Sportteil der Zeitung NRZ Dinslaken, damals noch mit einer analogen Kamera. 2003 begann er als Trainee bei der Agentur Bongarts, die 2007 ein Teil von Getty Images wurde.

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