Während Marken anfangen, sich auf Werte zu konzentrieren, rücken Aspekte wie Besinnung und Offenbarung zunehmend in den Vordergrund und bewusster Konsum spielt eine immer größere Rolle. Wir sind alle Suchende.

Divine Living setzt sich mit dem Trend auseinander, sinnvoll zu konsumieren. Es geht darum, unsere Kaufmotivation zu hinterfragen, und begehrte Objekte und Erfahrungen sorgfältig auszuwählen statt sie wahllos anzuhäufen. Es geht darum, so zu leben, wie wir uns die Welt wünschen – um uns und in uns.

Das englische Wort „Divine“ hat zwei Bedeutungen. Einerseits bedeutet es herrlich, großartig und besonders – andererseits beinhaltet es auch die Vorstellung höchster Wesen, Himmelskörper und den Wunsch nach dem Wunderbaren, nach quasi-mystischen, religiösen oder spirituellen Erfahrungen. Wir können beide Aspekte aktuell in der visuellen Kommunikation beobachten, genau wie eine Vielzahl an Konzepten wie Güte, Absicht und gegenseitiger Verbundenheit. Luxusmarken erhalten eine neue Bedeutung, indem sie elitärer als je zuvor inszeniert werden; sie versuchen die Vorboten eines moralischen und unverwechselbaren Lebens zu sein.

Gewissenserforschung und Kontemplation sind Schlüsselelemente dieses Trends.In der neuen, von Annie Leibovitz fotografierten Kampagne verbindet UBS das Konzept des Reichtums mit nachdenklicheren, beschaulicheren Protagonisten und zeigt Menschen in entspannten Situationen, die sich Gedanken über ein sinnvoll gestaltetes Leben machen. Die neue Kampagne von Volvo macht Luxus zum „Zufluchtsort“. „Belief“, die TV-Serie von Oprah Winfrey, geht der Suche von Menschen nach etwas Größerem auf den Grund. In einer visuell dominierten Welt stellen Marken und Storyteller die Bestimmung in den Mittelpunkt ihrer Geschichten.

Verbraucher werden immer besser darin, der Wahrheit auf den Grund zu gehen. Sie durchdringen oberflächliche Markenbotschaften und fordern klare Visionen und Werte. Marken müssen heute mit unserem nach innen wie auch nach außen gerichteten Wertgefühl übereinstimmen. Vom Open-Source-Automobildesign von Tesla über Citi Bike-Aktien bis hin zu verrückten Do-It-Yourself-Online-Kursen – materielle Objekte werden durch neue Vorstellungen des Verbindens und Teilens ersetzt.

Diese neue Transparenz zeigt sich sowohl im übertragenen Sinne bei Marken und Unternehmen, die dem Kunden einen Einblick in ihr Innenleben gewähren, als auch unmittelbar, indem sie Bilder verwenden, die Klarheit und Strahlkraft vermitteln.

Doch wie lässt sich „Divine“, also das Göttliche, noch darstellen? Unsere Kunden verlangen immer mehr nach Bildern mit Lichtdurchbrüchen, einer leichten, richtungsweisenden Ästhetik und Menschen, die in Richtung Himmel schauen. Und auch die Nutzung außergewöhnlicher Luftaufnahmen aus der „Sicht Gottes“, die Erstaunen und epische Ausmaße zeigen, nimmt zu. Ferner können wir eine Vorliebe für klare Linien und klares Styling feststellen: Favorisiert werden einzelne, reliktartige Objekte im Gegensatz zu opulent arrangierten Bildern. Und Farbpaletten mit zarten, hellen, ätherischen Tönen sowie eine feine Lichtsetzung. Von scharf fokussierten Bildern bis hin zum Bokeh-Effekt – was heute Nachhall findet, ist eine andächtige Ästhetik und eine erleuchtende Botschaft.

„Visuals“ sind unsere neue Religion. Als visuelle Wesen sind wir dem ständigen Prozess des Werdens und Sehens unterworfen. Daher ist es nicht verwunderlich, dass wir uns nach Bildern sehnen, die uns aufrichten und Besinnung und Offenbarung bieten.

 

Entdecken Sie strahlende, besinnliche und richtungsweisende Bilder, inspiriert vom visuellen Trend „Divine Living“ bei Getty Images und iStock by Getty Images