„…Als hätte man uns gesagt: ‚Hier habt ihr das gesamte Filmmaterial, das es auf der Welt gibt. Macht was draus.’“

Unter den Millionen 60-Sekündern, die jeden Tag online veröffentlicht werden, gibt es ein Video, das eine außergewöhnliche Herausforderung gemeistert hat: Eine in sich geschlossene Geschichte von einem Unternehmen zu erzählen, das Fotografien und Bewegtbilder aus nahezu allen Jahrzehnten und fast jedem Ort dieser Welt anbietet.

Und die faszinierend anzusehen ist.

Diese Vision ist wahr geworden. Zum Leben erweckt hat sie der Videoeditor Crandall Miller und sein Team bei Whitehouse Post, die zusammen mit der Kreativagentur von Getty Images The Motive die Kampagne „In Search of Great“ (Auf der Suche nach wahrer Größe) realisiert haben. Bei diesem Film handelt es sich um die aktuellste Arbeit für die Getty Images Markenkampagne, der neben anderen Projekten im Juni beim Cannes Lions International Festival of Creativity gezeigt wird.

„Zugang zum gesamten Video-Archiv von Getty Images zu haben war, als würden wir einen Schatz ausheben – so viel faszinierendes Filmmaterial und tolle Bilder“, so Miller. „Diese unerschöpfliche Quelle ermöglichte uns eine einzigartige kreative Freiheit, war aber auch eine große Herausforderung. Es fühlte sich an, als hätte man uns gesagt: ‚Hier habt ihr das gesamte Filmmaterial, das es auf der Welt gibt. Macht was draus.’“

Am Anfang arbeitete das Creative-Team von The Motive eng mit dem internationalen Experten-Team von Getty Images zusammen, um die Bilder zu finden, die diese Idee realisierbar machten. Anschließend vernetzten sich die Teams von The Motive und Whitehouse Post, um einen ersten Entwurf für das Video zu erarbeiten, das Miller als Ausgangspunkt diente. Von da an überließ er es dem Material, die Geschichte zu entwickeln.

„Bei einem Projekt wie diesem und der Menge an Material geht es vor allem darum, diese perfekten Momente zu finden und sie Stück für Stück zusammenzuführen, damit du am Ende eine Geschichte erzählen kannst“, so Miller. „Oft findest du eine faszinierende Aufnahme, die dir die ganze Storyline über den Haufen wirft. Man muss also flexibel bleiben, was das Ergebnis anbelangt. Du musst dem Material die Führung überlassen. So kann es dir dabei helfen, die Geschichte zu entwickeln.“

Miller musste nicht lange nach tollen Clips suchen – in Wirklichkeit hatte er zu viele davon und musste seinen ursprünglich 6 Minuten langen Schnitt radikal kürzen.

„Langsam kristallisiert sich ein Destillat der Geschichte heraus, indem man die wichtigen von den unwichtigen Teilen trennt und am Ende nur noch die besten Momente übrig bleiben“, sagt er. „Manchmal hat man auch so großartiges Material, dass man erst nicht weiß, was man rausschneiden sollte. Aber man muss nur abwarten, dann ergibt sich das von alleine. Es ist wie beim Bildhauen oder Malen – man fügt jeden Tag ein klein wenig hinzu bis es am Ende perfekt ist.“

Miller wollte aber nicht nur beeindruckende Momente zeigen, es ging ihm auch darum, verschiedene Medien und Arten von Material in dem Film abzubilden.

„Ich wollte verschiedene Strukturen und Techniken zeigen“, sagt er. „Das Material deckt ein breites Spektrum ab – von schwarz-weißen Archivaufnahmen bis hin zu digitalen 4K Videos.“

Bei dieser enormen Bandbreite an Material kommt es auf die intelligente Zusammenstellung der einzelnen Versatzstücke an, um den Film von der Masse abzuheben. Das zeigt sich beispielsweise im Schnitt von der Frau, die vom Sprungbrett springt, zum Skydiver, oder von den Pinguinen zu den Menschen.

„Wir haben die Verbindungen zwischen den einzelnen Elementen genutzt, um eine möglichst unterhaltsame Geschichte zu erzählen“, so Miller. „Wir haben viel herumexperimentiert. Oft sucht man nach etwas ganz Bestimmten, was wiederum eine neue Idee entstehen lässt, und ehe man sichs versieht, wird man von dem ganzen Material förmlich verschlungen und verliert sich darin. Es war wirklich aufregend, als wir das verbindende Moment gefunden haben – das Gefühl war ungefähr so wie beim Start einer Rakete oder wenn ein Eisberg in sich zusammenfällt.

Wir wollten, dass auch die Menschen, die den Film sehen, eine Verbindung zwischen den unterschiedlichen Aufnahmen herstellen können und haben sie vom Anfang bis zum Ende durch diese wunderschöne Geschichte geführt.“

 

Beteiligte Personen und Firmen

Kreativagentur:  The Motive

Etatdirektion: Katherine DeTroy

Produzent: Hiba Abu-Baker

Kreativdirektion:  John Foster und Kevin Doyle

Getty Images und iStock Editorial Teams unter der Leitung von Hugh Pinney, Gemma Fletcher und Brad Ralph

Produktionsgesellschaft: Whitehouse Post Productions

Schnitt: Crandall Miller

Musikalische Leitung: Jessica Dierauer

Musikalische Komposition: Life Story von Ólafur Arnalds und Nils Frahm

Sounddesign: Mr. Bronx Audio Post

Bilder: Eine vollständige Auflistung der Getty Images Kontributoren, deren Arbeiten in diesem Film gezeigt werden, finden Sie in der Pinnwand